Was ist ein Doodle?

„doodeln“ – das Wort wird kaum verwendet und daher wissen nur wenige was damit gemeint ist. Zum Beispiel die Rechtschreibhilfe in OpenOffice kennt es auch nicht und zeigt alle Varianten von doodeln rot unterstrichen an. Genau wie Firefox beim schreiben dieser Seiten. 

 

Der Duden schreibt: „doodeln - schwaches Verb - nebenher in Gedanken kleine Männchen o. Ä. malen, kritzeln“. Da doodeln als Verb im Duden eingetragen ist verwende ich es auch in meinen Texten.  

 

Das "Doodel" als Substantiv ist nicht vorhanden. Sucht man im Internet nach Doodel wird es oft als Schimpfwort für einen Dödel oder Trottel benutzt.

 

Aus diesen Gründen verwende ich die deutsche Verbform doodeln und das englische Doodle als Substantiv. Der-Die-Das-Doodle? Ich verwende „Das Doodle“ wie „Das Bild“ oder „Das Foto“. Jedoch gibt es so viele Formen dieser Wörter das ich mich manchmal spontan für eine Variante entscheide. 

 

Wikipedia schreibt:

Das Wort Doodle (vom Englischen doodle für „Gekritzel“ oder„kritzeln“) steht für:

 

  • einen Dienst im Internet, siehe Doodle (Dienst)

  • ein Computerspiel, siehe Doodle Jump

  • thematisch veränderte Logos des Unternehmens Google, siehe Google Doodle

Warum doodel Ich?

Jetzt zu meiner Version der ganzen Doodelei :) 

Für mich persönlich ist es die Art der Zeichen-Kunst die ich lange gesucht habe!

Ich möchte eigentlich nur eins:

 

Ich möchte zeichnen und dabei eine schöne Zeit haben!

 

Hier mal ein klassisches Beispiel: Ich komme von der Arbeit und erledige noch all die Angelegenheiten die man halt nach Feierabend zu erledigen hat. Wenn dann alles schön ist - oder manchmal auch nicht - setze ich mir meine SENNHEISER auf den Kopf um mir von WINAMP mit Musik aus meiner MP3-Sammlung den Kopf frei blasen zu lassen. Die beiden freien Hände greifen nach EDDING und Papier und doodeln los.

Es ist es für mich äußerst befreiend mich mit Stift und Papier auszudrücken. Der Eine tut genau dies mit seiner Musik, der Andere beim Sport oder beim Fotografieren mit seiner Knipse. Ich mit Stift und Papier - schon als Kind - ich hatte es nur vergessen.

Da spielt es für mich manchmal eher eine untergeordnete Rolle was ich zeichne oder ob ich an einem Bild ein, zwei oder drei Stunden zeichne. Hauptsache ich habe eine gute Zeit! Hauptsache ich kann abschalten und meinen Kopf frei machen für all die neuen Dinge die da auf jeden Fall kommen werden.

Doodeln ist für mich wie Spazieren oder Radfahren wo der Kopf abschalten kann, oder auch wie Meditation wo das Gehirn in einen anderen Modus umschaltet und man Raum und Zeit vergisst. Mir fällt es schwer mich einfach hinzusetzen und Musik zu hören. Irgendwann werden meine Hände nervös und ich springe auf und mache irgendwas - wenn nicht bin ich schnell eingeschlafen :) 

Beim zeichnen sind meine Hände gebunden an etwas was mir Spaß macht und es entsteht etwas was mir gefällt. So finde ich die Ruhe um abzuschalten. In der Regel werden meine Doodeleien viel zu spät durch die Zeiger meiner Uhr beendet.  

SLEEP - EAT - DRAW! So läuft es nicht immer - aber oft!

 

Die folgenden Texte sind noch etwas unstrukturiert und bestimmt nicht ohne Fehler.

Sorry - ich arbeite daran :) 

 

Viele wollen zeichnen - wissen jedoch nicht was sie zeichnen sollen. Sie haben keine oder wenig Erfahrung  und das neue und leere Blatt Papier vor ihnen blockiert Geist und Fantasie.

Das wir uns scheuen ein neues Blatt Papier planlos zu bemalen ist eine psychische Reaktion. Mit dem dem ersten Strich wird dieses neue und reine Blatt unwiderruflich verbraucht und zu Müll wenn uns das Gemalte nicht gefällt. In unserem Inneren haben wir genau davor Angst ohne das wir uns dessen wirklich bewusst werden.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist einfach genug Papier zu Verfügung zu haben, damit es nicht weh tut Papier zu verbrauchen. Eine weitere Möglichkeit ist, jeden gezogenen Strich als unwiderruflich und unveränderlich zu akzeptieren. Der Radiergummi ist tabu und es wird unverändert weiter gezeichnet. Leichter gesagt als getan – ich weiß – doch ich vergleiche es gern mit dem gesprochenem Wort. Gesagt ist gesagt – da hilft kein Raus-Reden, da helfen keine Ausreden.

Hat der gezogene Strich nicht die Wirkung die wir erreichen wollen, dann muss etwas Fantasie und Kreativität ins Spiel kommen. Mit neuen Ideen kommt man dann wieder zu einem Ergebnis was einem gefällt, ohne etwas zu entfernen.

Bei den meisten meiner Bilder ist es auch genau so. Eigentlich weiß ich vorher nie oder selten wo mich die Doodelei hinführt. Ich höre einfach auf wenn mir das Doodle gefällt. Den Bleistift benutze ich sehr selten und ich habe auch sehr wenige unfertige Bilder.

Das einmal Gezeichnete zu akzeptieren und das Bild sowie es entsteht immer weiter zu verwenden ohne etwas zu verwerfen ist ein wichtiger Punkt bei der Doodelei. Jedes Bild lässt sich schön-doodeln!

Doch zurück zum leeren Blatt.

Auch mir ging es so das ich ratlos vor dem leeren Blatt saß bis ich das Zendala entdeckte.

Ein Zendala beginnt mit einem Kreis. Dieser Kreis fängt das zaghaft Gezeichnete ein und gibt dem Ganzen einen Rahmen. Das Blatt Papier ist nun benutzt und man verliert eher die Scheu einfach darauf los zu zeichnen.

Im unterschied zum Mandala kann man beim Zendala viel freier zeichnen. Ohne auf die Symmetrie achten zu müssen kann man innerhalb und außerhalb des Kreises Formen, Figuren und Linien zeichnen wie es einem gefällt.

Ist man diesen Schritt gegangen hat man eine große Hürde genommen – MAN ZEICHNET! Egal ob man den Kreis mit Pflanzen, Tieren, Gesichtern oder mit verschiedensten Formen füllt – MAN ZEICHNET!

Man muss natürlich nicht den Weg über das Zendala gehen um mit dem Zeichnen anzufangen.

Bei mir dauerte es dann nicht lange bis ich meinen Stil gefunden hatte und ich lernte was ich wirklich mag. So brauchte ich auch bald das Zendala nicht mehr.

Ich mag schöne saubere Rundungen, Schleifen, Bögen und Spiralen. Ich mag sattes Schwarz ohne Farbschwankungen oder Übergänge. Die Linien auf dem gezeichneten Original müssen aussehen wie gedruckt. Mit anderen Farben ist es kaum zu realisieren denn Rot über Rot wird nun mal Dunkelrot. Der PC schafft das, doch ich mag Stift und Papier.

Manchmal möchte ich einfach nur Tinte satt auf das Papier bringen. Mit einem neuen Stift vielleicht. Das macht Spaß und befriedigt meine Sinne, mein Gefühl für Kunst und Schönheit. Mit dieser Art des Zeichnens kann ich auch unkompliziert meinen Hang zur Präzision ausleben – das kann sehr befriedigend sein.

Wenn ich durch meine Ordner mit all den Originalzeichnungen blättere, freue ich mich genauso über die Qualität der gezogenen Linien, wie über den Inhalt der Bilder.

Somit wären wir bei dem Inhalt meiner Doodles.

Bei mir läuft es heute meist so ab: Das leere Blatt Papier schreckt mich nicht mehr ab, sondern wird einfach über fallen von Hand und Stift. Den großen Formen folgen die kleineren Formen, den kleineren Formen folgen die Details. Nach und nach ist das leere Blatt besiegt und die meisten Siege können sich sehen lassen.

Was siegen bei mir bedeutet seht ihr ja in meinen Bildern :)

Was für ein Bild aus den gezeichneten Formen letztendlich entsteht weiß ich vorher meist selbst nicht. Übrigens, genau diese Herangehensweise nenne ich doodeln.

Zum Thema doodeln weiß ich besser was ich nicht möchte. Realismus. Realistisch zeichnen ist schwierig und es gibt wichtige Regeln zu befolgen – sonst sieht die Zeichnung nicht schön aus. Also mir gefällt es dann ziemlich schnell nicht mehr und ich verliere den Spaß am Zeichnen. Ich habe keine Lust auf zu viel Realismus in meinen Bildern. Realistisch zeichnen schon tausend Andere. Bücher, Zeitschriften und das Internet sind voll mit wunderschön gezeichneten Tieren, Landschaften, Menschen u.s.w.. Das ist nicht meine Kunst und ich muss das Rad nicht neu erfinden.

Ich habe die letzten Jahre viel ausprobiert. Bücher wie Betty Edwards gelesen. Geniale Copic Marker gekauft. Doch alles war nicht das was wonach ich suchte.

Ich habe zwischen durch immer wieder gedoodelt doch wusste ich es noch nicht. Ich ging darin auf, doch verwarf ich es immer wieder weil ich bisher in dem Doodle den Wert und die eigene Kunst nicht erkannte. Ich suchte im Realismus immer wieder meinen Weg. Mal zeichnete ich immer wieder Gesichter und übte und übte. Das ist es - dachte ich. Ich dachte immer wieder die Straßenkünstler die schnell, geübt und routiniert Porträts zeichneten und sich damit Anerkennung, Respekt und ein paar Euros verdienten. Aber dieser Realismus ist mir zu langweilig und Zeichnungen von schönen Köpfen gibt es schon genug auf dieser Welt.

Ich wollte auch nicht üben sondern einfach frei zeichnen.

Mandalas, Zendalas oder Zentangle sind schön, doch häufig immer das Selbe. Es ist befreiend und entspannend sie zumalen aber irgendwie ist man  auch eingefangen in einer Schublade. Diese Art der Kunst wurde mir dann auch schnell zu langweilig.

Doodeln hingegen ist frei – völlig frei – keine Grenzen – alles erlaubt was dem Zeichner gefällt – alles!

Auf Flickr gibt es einen Typen der zeichnet nur Kreise, Blasen und Ringe. Alles mögliche macht er daraus. Total irre genial.

In Holland gibt es eine Bloggerin die zeichnet immer wieder ein und dieselbe Form zu einem riesigen Gesamtbild zusammen. Auch total irre und faszinierend anzusehen, auch wenn man sich nicht so wirklich für so etwas interessiert.

Man findet in Internet eine Künstlerin die mit Edding-Marker Zimmer komplett mit schönen Bögen bedoodelt - Wände-Decken-Fußböden - absoluter Hammer!

Wenn man sich in seiner Kunst allerdings auf ein Design oder eine Textur festlegt verlässt man schnell den Bereich des Doodelns. Auch bei mir sind nicht alle Bilder Doodles. Wenn ich ein schönes Foto entdecke muss ich manchmal einfach etwas eigenes daraus machen. Manchmal einfach nur abkritzeln, manchmal ein Stencil daraus machen oder manchmal einfach nur neu kombinieren. Eins bleibt all meinen Bildern aber gleich – es ist erlaubt was gefällt! Doodeln ist ein dehnbarer Begriff.

Wer öfter doodelt entwickelt bald seinen eigenen Stil. Ich denke der entwickelt sich immer – ob man möchte oder nicht. Da ist es dann schön und wichtig immer mal wieder auszubrechen um nicht gänzlich auf einer Art des Doodelns hängen zu bleiben.

Oder doch hängen bleiben – das ist dann das persönliche Design.

Auch bei mir entwickelt sich ein ganz persönlicher Stil. In meinen Bildern gibt es meist einen gewissen Sinn oder eine Richtung. Das Gezeichnete kann ein großes natürlich wirkendes Ganzes ergeben. Mir sagt man einige meiner Bilder erinnern an Unterwasserwelten wie Korallen oder Polypen. Und irgendwie ist es auch so, ohne das ich es vorher plane. 

 

Mal was ganz anderes: Ab und zu werde ich angesprochen "Hey es ist cool was du da machst, kann man daraus nicht was machen?" Meine Antwort ist dann meistens "Es ist genau das was es sein soll!"

Natürlich weiß ich was gemeint ist - Geld verdienen. Und der Gedanke ist ja auch gar nicht so abwegig in unserer heutigen Gesellschaft, wo Geld viel zu oft die Nummer 1 ist. Und ja - ein schickes Doodle gegen Bares auf T-Shirt, Bettwäsche oder an der Wand ist gar nicht so unrealistisch. Doch ich denke man muss mit solchen Gedanken vorsichtig umgehen. Zeichnen so wie ich es hier beschreibe und Geld verdienen im klassischen Sinn sind zwei völlig verschiedene Angelegenheiten! Das Eine ist zeitlos und frei - das Andere hat Termine und Vorgaben. Den Vergleich mal ganz grob betrachtet :) 

Das Szenario: ... du entdeckst das Doodeln für dich - dir macht es Spaß - du wirst immer besser - du erntest Anerkennung - du tust es ja sowieso - warum nicht ans Geld verdienen denken? ... bis jetzt doodelst du was du möchtest - worauf du möchtest - womit du möchtest - für wen du möchtest - und vor allem wann du möchtest! Genau diese Freiheiten sind es die dir Spaß, Gelassenheit und Entspannung beim Doodeln bringen.

Beim Geld verdienen wird es eher so laufen das der Kunde seine Idee auf seinem Material zu seinem Termin haben möchte. Mal ganz grob geschrieben! Und nun musst du wissen ob du Das möchtest!  

Doch am aller wichtigsten ist: Lass dich bei deinen stundenlangen Doodeleien nicht von dem Gedanken an das liebe Geld unter Druck setzten - bleibe frei und doodel was dir gefällt! 

 

... das sind bei weitem nicht alle Gründe für meine Doodelei - weiteres folgt ...

Warum solltest Du es mal probieren?

Doodeln ist so frei, einfach und grenzenlos das es schwer fällt es zu erklären.

Wirklich einfach mit einem beliebigen Stift auf einer beliebigen Fläche herum kritzeln. Ein Kugelschreiber und ein Stück Papier findet man doch immer. Beginne mit kleinen schönen runden Kreisen oder Achten oder Schlängellinien oder kleinen Wassertropfen. Zeichne ein kleines Dreieck und dann daneben noch eins und noch eins. Oder kleine Blümchen – eine ganze Wiese – Deine Wiese!

Wirken deine ersten Linien noch etwas krakelig, schüchtern und unbeholfen dann keine Bange, mit jedem Strich wirst du sicherer und das wirst du bald sehen. Nimm dir fünf Minuten, zehn Minuten oder eine halbe Stunde – so wie du kannst und  möchtest! Dir kann die Zeit die du beim Doodeln verbringst wichtiger sein oder das Ergebnis auf dem Papier. Es spielt keine Rolle, Hauptsache du hast Freude dabei!  

Wer für solche Art von Ablenkung und Entspannung empfänglich ist und dabei loslassen kann vom Alltag wird den Wert eines Doodles schnell erkennen. Dann kann zeichnen zu einem Begleiter werden den man schnell vermisst wenn man ihn vernachlässigt.

Nach nur ein paar Doodeleien wirst herausfinden was am besten zu dir passt – Doodle, Zentangle, Zendala, Mandala oder dein ganz eigener Stil.


 

... und nun: Sei kreativ! – Have Fun!


 

    

Onkelix Doodle Design

 

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